Kontaktaufnahme mit dem Inneren Kind: "Hallo, Du."
Methodik-Didaktik für die Seele
Die kindlichen Anteile aus der Vergangenheit leben in uns auch im Erwachsenenalter weiter und machen sich meistens dann bemerkbar, wenn wir Menschen und/oder Situationen begegnen, die in uns plötzlich und unerwartet eine „intensive (Über-)Reaktion“ auslösen.
Unserem inneren Kind sind all unsere intensiven Gefühle, wie abgrundtiefer Schmerz und Traurigkeit, Intuition, überschwängliche Freude und Glück, Verlassenheitsgefühle, Neugierde, Angst, Verzweiflung, Hass und Wut, etc. zu eigen. Und diese Gefühle und Verhaltensweisen können durch einzelne Situationen stark reaktiviert werden.
Wir zeigen dann ein Verhalten, dass aus uns herausbricht, ad hoc oder etwas später. In dem Moment können wir wenig oder gar nicht steuern, es geschieht einfach, denn das Innere Kind hat das „Ruder“ in der Hand. Unser Inneres Kind hat den tiefen Wunsch, all das zu bekommen, was es so schmerzlich vermisst. Es hat den tiefen Wunsch, dass alles gut wird, dass es geschützt und geliebt wird.


Die Kontaktaufnahme
Schritt eins: Die Teilnehmenden bringen ein Kinderfoto und ggf. auch ein Spielzeug oder Kuscheltier aus der Kindheit mit in die Gruppe. Sie legen die Fotos auf ein Tuch verdeckt ab. Kuscheltiere sitzen auf einem Stuhl neben der/dem Teilnehmenden. Der Untergrund wird einfarbig gehalten, eine weiche Samtdecke ist geeignet, um es dem "Inneren Kind" gut gehen zu lassen. In der Mitte steht ein Licht und eine kleine Pflanze, die gerade erst aus der Erde blickt. Im Frühjahr eignen sich Schneeglöckchen oder Krokusse. Das Licht symbolisiert die Herzenswärme und allmächtige Liebe, um mit Urvertrauen ins Leben zu gehen, die Pflanze symbolisiert das gerade Erwachen und "Neugierig-sein" auf das Leben.
Mit dieser Symbolik versuche ich dem "Inneren Kind" eine "Neugeburt" zu ermöglichen, auch wenn es den Teilnehmenden anfänglich nicht bewusst ist.

Schritt zwei: Die Teilnehmenden erheben sich und drehen ihr Foto behutsam um. Mit liebevollen Augen, ohne die Fotos zu berühren, wird eine Betrachtungszeit gewährt.
Anschließend nimmt jede:r Teilnehmer:in ihr Foto in die Hand und beschreibt spekulierend und aus der Erinnerung heraus was das "Innere Kind" fühlt, in welcher Situation es sich befinden, was es mitteilen möchte, etc.
Danach erfolgt eine Pause, um das Gesagte und Gefühlte auf sich wirken zu lassen und zu "verdauen".
Schritt drei: Wir lassen unser "Inneres Kind" nicht allein, sondern geben ihm abschließend aufbauende und wohlwollende Gedanken und Sätze mit auf den Weg, denn unserem "Inneren Kind" soll es gut gehen.
Aktives Mitdenken und Mitarbeit erreiche ich durch kleine Aktionen und Handlungen. Daher gebe ich jetzt jedem Teilnehmenden einen Stapel von Lebenskärtchen in die Hand, aus denen sie, die für ihr Inneres Kind geeigneten, positiven Sätze (Affirmationen) herauswählen. Den Rest des Stapels reichen sie ihrem Nachbarn weiter. Mit viel Freude suchen die Anwesenden ihre individuellen Kärtchen heraus und behalten sie bei sich auf dem Schoß.
Nach einander legen die Teilnehmenden nun ihre Kärtchen auf das Kinderfoto, das symbolisch für das "Innere Kind" steht und kommentieren es mit ihren Gedanken.
Mit einem wohlwollenden Blick auf das Ergebnis schließt diese Einheit ab.